Bohnenkaffee
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Definition:
Genußmittel aus gerösteten Kaffeebohnen. Meistangebaute Sorten sind Arabica (Hochlandkaffee) und Robusta. Handelsüblich sind Mischungen aus beiden Sorten. Die Bezeichnung Kaffeebohne hat sich zwar eingebürgert, doch eigentlich handelt es sich dabei um den Samen der Kaffeekirsche, die von Fruchtfleisch umgeben ist.
Geschichte:
Der Legende nach soll ein Kamelhirte in der Heimat des Kaffeestrauches, Abessinien, die Bedeutung der Pflanze entdeckt haben. Eines Nachts waren seine Tiere auffallend unruhig, und am nächsten Morgen fand er in den kahl gefressenen Büschen eine mögliche Erklärung. Zunächst verwendete der Mensch nur die Blätter, von den Beeren nahm er später Notiz. Bis zur Jahrtausendwende aß man die roten Kaffeekirschen zerstoßen, in Zucker kandiert oder in Fett geschmort, dann trat der kochende Aufguss seinen Siegeszug an. Vom vorderen Orient gelangte der Kaffee nach Europa und wurde hier besonders durch Ludwig XIV. verbreitet. Anbaugebiete heute sind beispielsweise Brasilien, Kolumbien oder die Elfenbeinküste.
Herstellung:
Die kirschenähnlichen Früchte des Kaffeestrauches werden entpulpt: Das Fruchtfleisch wrid vom Kern entfernt und die Kaffeesamen (Kaffeebohnen) freigelegt. Sie bleiben mehrere Stunden liegen und gären (Fermentierung). Nach dem Waschen trocknen sie an der Luft. Die Bohnen werden geschält, poliert und sortiert. Ein Teil wird direkt vor Ort geröstet, der andere exportiert.
Konventionelle Produkte:
Hinter den USA ist Deutschland weltweit der zweitgrößte Kaffee-Importeur. Knapp tausend Tassen im Jahr trinkt der Bundesbürger im Schnitt, etwa einen halben Liter pro Tag. Kein anderes Getränk, auch nicht Bier oder Mineralwasser, läuft öfter durch deutsche Kehlen. Diesen Massenkonsum organisieren sechs Großröster, die über 80 Prozent des konventionellen Marktes beherrschen. Weil sie ihren Kunden einen gleich bleibenden Geschmack bieten möchten, mischen sie bis zu acht verschiedene Sorten zusammen. Nicht zuletzt deshalb bleiben Herkunftsländer und Produzenten anonym. Konventionelle Plantagenwirtschaft mit Monokulturen, Einsatz von Pestiziden und chemischen Düngern. Krankheitsanfällige Pflanzen müssen häufig gespritzt werden. Das gefährdet die Gesundheit der Plantagenarbeiter. Kaffeebauern bekommen nur eine geringe Entlohnung, die Plantagenarbeiter sind sozial nicht abgesichert. Schwankende Weltmarktpreise und das Fehlen verbindlicher Verträge für Abnahmemengen verstärken die Abhängigkeit.
Biologische Produkte:
Mischkulturen verbessern das Klima. Verbot von chemischen Düngern. Verbot von Pestiziden. Die Naturkostbranche hat sich von Anfang an nicht nur für die kontrolliert ökologische Qualität des importierten Kaffees interessiert, sondern auch für die Arbeits- und Lebensbedingungen der Erzeuger. Der Fair-Trade-Gedanke spielt für viele Firmen eine wichtige Rolle, für die Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt (gepa) ist er oberstes Gebot. Rund 100 Millionen Menschen in Lateinamerika, Afrika und Asien leben nach Angaben der gepa direkt oder indirekt vom Kaffeeanbau. Die Kleinbauern, mit denen die gepa zusammen arbeitet, erhalten gerechte Abnahmepreise weit über Weltmarktniveau. Die mächtigen Zwischenhändler, die man in Mexiko "coyotes" nennt, werden umgangen. Neben dem Ziel, durch Umstellung der Produktion auf andere Produkte und Verarbeitungsmöglichkeiten die weltweite Überproduktion von Kaffee abzubauen und die Grundversorgung der Landbevölkerung mit Nahrungsmitteln zu sichern, kommt dem ökologischen Anbau wachsende Bedeutung zu. Inzwischen stammt mehr als die Hälfte des gepa-Kaffees aus biologischer Landwirtschaft. Die Vielfalt ist beachtlich: Mexikanischer Café Organico, Hochland-Arabica aus Nicaragua, Pidecafé aus Peru oder Aymara, eine ausgewogene Mischung verschiedener Anbauverbände Mittel- und Südamari-kas. Nur Öko-Espresso wird zwar in Überseeländern wie Guatemala als Rohkaffee gewonnen, aber - der Tradition gehorchend - in Italien produziert.
Kleines Kaffee Lexikon
Arabica - Hochlandkaffee, gedeiht gut in Lagen ab 1200 bis zu 2000 Metern. Über 70 Prozent des Marktanteils, qualitativ beste Sorte.
Blümchenkaffee - Leichter, dünner Kaffee; der Begriff kommt vom Blümchenmuster, das auch bei voller Tasse vom Boden der Tasse durchscheint.
Cappucino - Italienisches Rezept: Espresso, mit heißer, aufgeschäumter Milch aufgegossen und mit etwas Kakao bestäubt.
Espresso - Hier wird Kaffee mit hohem Druck (mindestens 14 bar) durch einen Filter gepresst. Aus Robusta oder Arabica gewonnen, besonders dunkel und lange geröstet und fein vermahlen. Schmeckt kräftig, ist aber coffeinärmer und bekömmlicher als andere.
Irish Coffee - Kaffee mit Whiskey und Zucker vermischt, flambiert und mit Sahnehaube serviert.
Latte macchiato - Derzeit in Mode, nichts anderes als viel Milch mit etwas Kaffee.
Melange - Österreichischer Name für eine Fifty-fifty-Mixtur aus Kaffee und Milch.
Mokka - Ursprünglich Kaffees aus Äthiopien oder dem Jemen, die früher im Hafen der arabischen Stadt Mokka verladen wurden. Heute meint man meist die türkisch-arabische Art der Zubereitung, mit Zuckerwasser aufgekocht.
Robusta - Zweite, weit verbreitete Kaffeesorte. Preiswerter, aber nicht so fein im Geschmack wie Arabica und manchmal auch bitterer.
