Fische, Meerestiere
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Definition:
Wassertiere. Unterteilung in See- und Süßwasserfisch. Fisch ist eiweiß- und vitaminreich. Die enthaltenen Fette mit dem hohen Anteil an ungesättigen Fettsäuren sind gesund. Seefisch enthält außerdem das wichtige Spurenelement Jod.
Geschichte:
In den Weltmeeren wird der Fisch knapp. Weltweit ziehen die Fangflotten 85 Millionen Tonnen Fisch aus dem Meer. Davon werden 30 Millionen Tonnen zu Fischmehl und Fischöl verarbeitet, der Rest landet auf dem Tisch. Nicht mitgerechnet sind die Fänge von illegalen Piratenfischern sowie rund 25 Millionen Tonnen Fisch, die als Beifang in den Netzen hängen bleiben und tot über Bord geworfen werden. Dieser Raubbau hat Folgen: Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass drei Viertel der kommerziell genutzten Fischbestände überfischt sind oder kurz davorstehen. Weil die Meere leer werden, boomt die Fischzucht. Ein Teil der 45 Millionen Tonnen Fisch aus Aquakultur sind Karpfen und verwandte Arten, die extensiv in Fischteichen gehalten werden und vor allem in Entwicklungsländern die Speisekarte bereichern. Immer öfter aber werden die Fische nach den Regeln der Massentierhaltung gemästet: Möglichst viele Tiere in Betonteichen oder Käfigen auf engem Raum halten und mit billigem Futter ernähren.
Richtlinien:
Missstände bei der Fischmast haben einige Bio-Anbauverbände bewogen, Richtlinien für artgerechte und umweltverträgliche Fischzucht zu entwickeln. Deshalb gibt es seit einigen Jahren Lachs und Shrimps mit dem Naturland-Logo oder Karpfen von Bioland und Demeter. Bio-Verbände in anderen Ländern und Bio-Kontrollstellen haben ebenfalls solche Regelwerke entwickelt. Sie zertifizieren geräucherte Forellen aus Italien oder schottische Zuchtlachse. Auch Pangasius und Buntbarsch (Tilapia) sind schon in manchen Bioläden zu finden. Bald soll Kabeljau dazukommen. In der EU-Ökoverordnung ist die Fischzucht nicht geregelt. Deshalb dürfen Bio-Fische kein staatliches Bio-Siegel tragen.
Neben den Bio-Zuchtfischen gibt es im Bioladen auch andere Produkte: Konserven mit Thunfisch in Olivenöl, Makrelenfilets oder marinierte Kraken. Dazu kommen tiefgekühlte Fischstäbchen aus Seelachs, Wildlachs-Steaks oder panierte Kabeljaufilets. Bei diesen Produkten ist das Drumherum „Bio“, also die Panade, die Marinade oder das Olivenöl, in dem die Fische schwimmen. Die Tiere selbst kommen aus dem Meer.
Ob sie aus nachhaltiger Fischerei stammen, kann der Verbraucher meist nicht erkennen. Zwar gibt es mit dem Marine Stewardship Council (MSC) eine Organisation, deren Logo signalisiert: „Dieser Fisch stammt aus nachhaltiger Fischerei.“ Doch es gibt den stilisierten blau-weißen Fisch des MSC nur für wenige Fischarten und selbst bei diesen ist das Logo im Bioladen kaum zu finden.
Für Thunfisch gibt es bisher kein MSC-Siegel. Dafür tragen die meisten Produkte ein Logo für delfinschonenden Fang. Doch das prangt auf 95 Prozent aller Thunfischkonserven in Deutschland und sagt nichts über nachhaltigen Fang aus. Der Anbauverband Naturland entwickelt zurzeit in mehreren Projekten Richtlinien für eine nachhaltige Fischerei. Dabei geht es Naturland einerseits um die fischereiliche Nachhaltigkeit, andererseits aber auch um soziale Aspekte, die besonders bei der Küstenfischerei in Entwicklungsländern wichtig sind. MSC berücksichtigt soziale Aspekte wie die Arbeitsbedingungen der Fischer nicht, und konzentriert sich derzeit eher auf die industrielle Fischerei. Wenn alles klappt, könnte es bald Naturland zertifizierten Red Snapper von senegalesischen Klein-fischern im Bioladen geben.
MSC:
Der Marine Stewardship Council entstand aus einer Initiative von Unilever (Iglo) und der Umweltorganisation WWF und ist eine weltweit tätige Non-Profit-Organisation. In ihr sind Umwelt- und Verbraucherverbände, Wissenschaftler und Fischereiwirtschaft gleichberechtigt vertreten. Der MSC hat Standards für nachhaltige Fischerei entwickelt und auf deren Grundlage gut 20 Fischereien zertifiziert. Die kommerziell wichtigsten sind Wildlachs und Seelachs vor Alaska, Neuseeland-Hoki und Nordseehering. Während der WWF für den MSC wirbt, kritisiert Greenpeace dessen Kriterien als zu lasch. http://de.msc.org/
Ratgeber:
Von den Umweltorganisationen WWF und Greenpeace gibt es Ratgeber für den Fischeinkauf. Für akzeptabel halten sie Bio-Fisch, Karpfen, Hering und Atlantik-Seelachs (Köhler). Greenpeace zählt noch Makrele dazu, der WWF empfiehlt zudem MSC-zertifizierte Fische, Zucht-Forellen, Pazifik-Heilbutt, Eismeergarnelen sowie Sardinen und Sprotten aus dem Nordostatlantik. „Hände weg“ sagen beide für Thunfisch, Kabeljau, Scholle, Schellfisch und viele andere.
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