Veganer

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Menschen, die die Verwendung sämtlicher vom Tier stammender Produkte ablehnen.

Die englische Vegan Society definiert Veganismus z.B. so:

[T]he word "veganism" denotes a philosophy and way of living which seeks to exclude — as far as is possible and practical — all forms of exploitation of, and cruelty to, animals for food, clothing or any other purpose; and by extension, promotes the development and use of animal-free alternatives for the benefit of humans, animals and the environment. In dietary terms it denotes the practice of dispensing with all products derived wholly or partly from animals.


Inhaltsverzeichnis

Ethische Gründe

Wohl die meisten Veganer lehnen aus ethischen Gründen tierische Produkte ab - Analog zur Argumentation vieler Vegetarier, "keinem Tier schaden" zu wollen.

Veganer berücksichtigen hierbei zusätzlich - anders als Vegetarier, die nichts vom toten Tier konsumieren - auch das Leben der Tiere. Sie sind der Ansicht, dass die Ausbeutung von Tieren in unserer heutigen Zeit unnötig und damit aus ethischer Sicht verwerflich ist. "Artgerechte Haltung" gibt es aus Sicht ethischer Veganer nicht, denn artgerecht ist - natürlicherweise - nur die Freiheit.

Milch Auch bei biologischer Tierhaltung werden Rinder jährlich befruchtet, denn ohne die Geburt eines Kalbes lässt der Milchfluss nach. Dies würde zu einer jährlichen Verdoppelung des Rinderbestandes führen, würde man die Kälber nicht nach wenigen Wochen töten und als Fleisch verkaufen.

Die Geburt von Kälbchen hängt zwingend mit dem Konsum von Milch zusammen. Die Schlachtung resultiert ebenfalls zwingend daraus - ein Grund, warum Veganer den Konsum von Milchprodukten ablehnen.

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das nach dem Säugealter noch Milch konsumiert. Artfremde. Hunden und Katzen wird Milch gegeben.

Eier Auch bei biologischer Tierhaltung werden die Küken nach dem Schlüpfen "gesext", das heißt nach Geschlecht sortiert. Männliche Küken legen natürlicherweise keine Eier und sind somit wirtschaftlich nicht zu verwerten. Aufgrund ihrer Züchtung sind sie auch als Masthuhn nicht nutzbar und werden als Küken getötet.

Die weiblichen Tiere werden (je nach Haltungsweise) ein paar Monate bis zu ca. vier Jahren gehalten und dann aufgrund nachlassender Legeleistung getötet.

Natürlicherweise legen Nicht-Hybriden etwa 12 Eier im Jahr. In der Eierwirtschaft müssen die hochgezüchteten Tiere etwa alle zwei Tage ein Ei legen um wirtschaftlich zu sein. Dies gilt für jede Haltungsform und führt zu extremen körperlichen Beschwerden wie Calciummangel.

Tierhaltung Ethische Veganer lehnen jegliche Tierhaltung ab. Menschliche Intelligenz ermögliche nicht nur Macht, sondern auch Verantwortung. Die Konsequenz daraus sei, dass Menschen heute eine hoch effiziente Landwirtschaft haben, mit der eine rein pflanzliche Versorgung möglich sei. Die immer mit Leid verbundene Tierhaltung ist somit heute reiner Luxus, so die Argumentation vieler Veganer.

Ökologische Gründe

Tierhaltungen gehören zu den wichtigsten Klimaschädigern. Die Tierhaltungen sind mit Methan-Ausstoß, Gülle und Wasserverbrauch klimaschädigender als der globale Verkehrssektor. Auch hierbei spielt die Haltungsform keine Rolle.

Für den Anbau von Futtermitteln werden riesige Flächen Urwald unwiderbringlich zerstört. Ca. 90% der weltweit angebauten Soja gehen als Futtermittel in die Tierhaltung. Nur ca. 2% werden zu Lebensmitteln verarbeitet.

Die Verfütterung von Soja und Getreide (auch in Biohaltungen) an Tiere ist eine unglaubliche Energieverschwendung. Der Verlust an Kalorien liegt bei 10:1. Statt Zehn Kilo Brot kann - je nach Sorte - ein Kilo Fleisch produziert werden. Bei Milch und Eiern gilt das selbe Prinzip.


Gesundheit

Vor wenigen Jahren gab die American Dietetic Association (ADA) einen Bericht heraus, in dem sie die vegane Lebensweise als für alle Lebensbereiche für "möglich" erklärt.

Die American Dietetic Association gilt als weltweit führend in Ernährungswissenschaften.

Wie bei allen Ernährungsformen sollte man auch beim Veganismus auf die Qualität und Vielfalt der Lebensmittel achten.

Zahlreichen Medienberichten von verhungerten, veganen Kindern (die völlig einseitig, aber pflanzlich ernährt wurden) zum Trotz, erfreuen sich allein in Deutschland tausende Veganer über Jahre hinweg bester Gesundheit.

Milch Kuhmilch setzt sich anders zusammen als menschliche Muttermilch. Ein Kalb verdoppelt sein Gewicht binnen ca. 50 Tage, ein Mensch benötigt dazu die dreifache Zeit. Während ein Kalb im Wachstum unterstützt werden soll, soll die menschliche Muttermilch den Säugling insbesondere in der Entwicklung des Gehirns fördern.

Laktoseintoleranz In der Stillzeit produziert der Säugling ein Enzym Namens Laktase. Dieses ist für die Aufspaltung des Milchzuckers verantwortlich. Nach dem Säugealter lässt die Produktion dieses Enzyms natürlicherweise nach - es entwickelt sich eine völlig natürliche Laktoseintoleranz, denn normalerweise würde der Mensch nach diesem Alter keine Milch mehr zu sich nehmen.

Beobachtungen zeigen, dass in Ländern mit geringem Milchkonsum die Prozentzahl der Laktoseintoleranten sehr hoch ist (ca.70-80%). In Deutschland sind ca. 10% der Bürger - erkannterweise - laktoseintolerant.

Calcium und Osteoporose Kuhmilch enthält viel Calcium, weshalb sie gemeinhin als Calcium-Lieferant gilt. Die Aufnahme von Calcium ist für die Knochen unerlässlich. Ein Mangel an Calcium kann zu Osteoporose führen.

Die Aufnahme von Calcium wird u.a behindert durch Eiweiß. Aminosäuren (im Eiweiß) bilden im Stoffwechsel Schwefelsäuren, die Calcium aus den Knochen lösen können. Die Aufnahme von Calcium ist somit nur in Verbindung mit Eiweiß-armen Produkten sinnvoll. Milch ist somit KEIN geeigneter Calciumlieferant.

In Ländern mit geringem Milchkonsum ist die Zahl der Osteoporosefälle viel geringer als bei uns.

Weblinks

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