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Giftiges zum Valentinstag: FIAN beklagt Pestizidmissbrauch in Blumenproduktion – Faire Blumen als Alternative

200912Feb

Rosen, die bei uns in Liebe verschenkt werden, sind für Blumenarbeiterinnen und -arbeiter eine Gesundheitsgefährdung höchsten Grades. Denn die meisten Schnittblumen werden unter Einsatz von hochgiftigen Pestiziden gezüchtet. Die Arbeiterinnen und Arbeiter sind dem Giftcocktail oft ungeschützt ausgesetzt und werden krank. Wer seiner Liebsten ungetrübte Liebesgrüße bringen möchte, sollte daher Blumen des Flower Label Programs (FLP) verschenken.

Rosen, die bei uns in Liebe verschenkt werden, sind für Blumenarbeiterinnen und -arbeiter eine Gesundheitsgefährdung höchsten Grades. Denn die meisten Schnittblumen werden unter Einsatz von hochgiftigen Pestiziden gezüchtet. Die Arbeiterinnen und Arbeiter sind dem Giftcocktail oft ungeschützt ausgesetzt und werden krank. Wer seiner Liebsten ungetrübte Liebesgrüße bringen möchte, sollte daher Blumen des Flower Label Programs (FLP) verschenken.

Zittern, Schwindel, Sehstörungen und Atemprobleme sind die häufigsten Symptome, unter denen BlumenarbeiterInnen beispielsweise in Uganda leiden. “Als ich einen Arbeiter fragte, warum seine Schulter während unseres Gesprächs andauernd zitterte, antwortete er, dass alle Arbeiter unter vergleichbaren Symptomen leiden”, berichtet Gertrud Falk von der Menschenrechtsorganisation FIAN. “Und ihre Löhne sind so niedrig, dass sie sich keine ärztliche Behandlung leisten können.”

Auch bei akuten Unfällen mit Pestiziden müssen ugandische ArbeiterInnen in der Regel die Behandlungskosten selbst tragen. Wenn sie arbeitsunfähig werden, bleiben sie trotz jahrelanger Beschäftigung in den Blumenplantagen ohne Rente oder Entschädigungszahlungen zurück. “Es gibt zwar ein Gesetz, das Entschädigungen nach Arbeitsunfällen regelt, aber es wird selten umgesetzt”, erläutert Flavia Amoding von der ugandischen Organisation für Arbeiterbildung UWEA. “Viele Arbeiterinnen sind Analphabetinnen und können ihre Rechte nicht einfordern.”

Eine sichere Alternative beim Blumenkauf bietet das Flower Label Program (FLP). FLP zertifiziert nur solche Blumenbetriebe, die strenge Sozial- und Umweltstandards einhalten. Arbeiterinnen müssen kostenlose Arbeitskleidung erhalten und umfassend gegen Pestizide geschützt werden. Die Arbeitgeber müssen auch für Behandlungskosten aufkommen. “FLP-Betriebe werden jährlich überprüft”, erklärt Gertrud Falk. “Auf den Gesundheitsschutz der ArbeiterInnen wird dabei besonders Wert gelegt”:

Die ARD-Sendung Plusminus berichtete am 10. Februar, dass FLP-Blumen auch für Floristen die gesundere Alternative sind. Wenn sie sich an FLP-Rosen stechen entzündet sich die Haut nicht.

Fairtrade-Rosen zum Valentinstag – gut für Mensch und Umwelt

Fair gehandelte Rosen sind immer beliebter. Zum Valentinstag am 14.Februar stehen bundesweit vier Millionen Rosen mit dem Fairtrade-Siegel bereit. Sie werden nach den sozialen und ökologischen Standards des Fairen Handels angebaut. Höhere Preise, Prämien für soziale Projekte und langfristige Handelspartnerschaften ermöglichen vor Ort eine nachhaltige Entwicklung. Diese besonderen Rosen werden aus Ostafrika direkt gehandelt, gehen also nicht über die Blumenbörse in Holland.

Auf dem Nairobi International Airport werden sie verladen und schnittfrisch nach Deutschland transportiert. Trotz der Luftfracht ist die Klimabilanz der Fairtrade-Rosen gegenüber europäischen, beheizten und beleuchteten Gewächshäusern positiv.

Die Umwelt zu schonen ist, neben sozialen Kriterien, ein weiteres Ziel von Fairtrade. Die systematische Verringerung des Chemieeinsatzes, die Anwendung moderner umweltverträglicher Produktions- und Düngemethoden, der sorgfältige und kontrollierte Umgang mit Wasser und die Abfallbewirtschaftung sind nur einige der Regeln, die von den Rosenfarmen befolgt werden müssen. Auch die ARD-Sendung Plusminus berichtete am 10. Februar, dass Fairtrade-Rosen die gesundere Alternative sind.

Importeure zahlen für die fair gehandelten Rosen die Fairtrade-Prämie von zehn Prozent auf den Importpreis. Der Joint Body, ein Komitee aus Arbeiter- und Managementvertretern, entscheidet gemeinschaftlich über die Verwendung der Prämiengelder zum Wohle der Arbeiterinnen und Arbeiter, ihrer Familien und Gemeinden. Die Arbeiter auf den Rosenfarmen spüren die Wirkungen des Fairen Handels konkret: “Durch die Fairtrade-Rosen konnten in Ostafrika Schulstipendien, Brunnenbohrungen und Moskitonetze finanziert werden”, erklärt Dieter Overath, Geschäftsführer von TRANSFAIR.

Blumenarbeiterin Janet Ndliaka (30) von der kenianischen Blumenfarm Pandaroses erzählt: “Bevor es Fairtrade gab, habe ich viel gelitten, besonders während der Schwangerschaften. Ich musste bis zum Tag der Geburt arbeiten und schon nach einer Woche wiederkommen. Und trotzdem war ich unsicher, ob ich überhaupt noch meinen Job hatte. Heute wird zum Glück darauf geachtet, dass die schwangeren Arbeiterinnen nur leichte Aufgaben zu erledigen haben, es gibt Schwangerschaftsurlaub und die Firma zahlt die Krankenhausrechnung. Das ist für uns alle ein wichtiger Fortschritt!”

Besonders zur kalten Jahreszeit bieten diese Rosen eine wirkungsvolle Alternative zur herkömmlichen Schnittblume aus dem Süden. Erhältlich sind die Fairtrade-Rosen bundesweit bei REWE, Penny, toom-Märkten, regional bei der Kaiser’s Tengelmann AG in Bayern, der Edeka Südwest in Baden-Württemberg und in den Blumenfachgeschäften von Blumen Risse und Blume 2000.

Mehr zum Thema

* Arbeiter von Blumenplantagen berichten
* Fairer Blumenhandel (Schrot & Korn 5/2006)


Rolf Mütze
Dieser Beitrag wurde vor am Donnerstag, 12. Februar 2009 um 11:14 Uhr veröffentlicht und unter Ökologie gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen.Sie können einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrer Website hierher setzen.
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