Diese Seite drucken

Mehrheit lehnt Atomkraft ab

200901Mai

Zwei Drittel (66 Prozent) der Deutschen wollen den beschlossenen Atomausstieg beibehalten oder sogar beschleunigen. Dies ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Bundesumweltministeriums in einer repräsentativen Umfrage zur Sicherheit von Atomkraftwerken und zum Ausstieg aus der Atomkraft (Befragungszeitraum: 20.-22. April). Dies ist eine deutliche Zunahme gegenüber 2006. Im August 2006 hatten 62 Prozent der Bundesbürger auf dieselbe Frage geantwortet, das Tempo des Atomausstiegs solle beibehalten oder beschleunigt werden.

Dass das Tempo des Atomausstiegs verlangsamt werden sollte, finden 12 Prozent der Deutschen richtig. Lediglich 18 Prozent sind grundsätzlich gegen einen Ausstieg aus der Atomkraft.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: “Die repräsentativen Zahlen belegen, dass eine breite Bevölkerungsmehrheit den beschlossenen Atomausstieg unterstützt. Sie zeigen auch, dass es der Atomlobby selbst mit einer millionenschweren Dauerwerbekampagne nicht gelingt, die Wahrnehmung der Atomkraftrisiken zu übertünchen. Das Gerede von einer Rückkehr der Atomenergie entpuppt sich als bloße Propaganda.”

70 Prozent der Deutschen halten das Unfallrisiko der Atomkraftwerke für zu hoch: 26 Prozent aller Bundesbürger halten die Gefahr, dass es heutzutage noch zu einem schweren Atomunfall wie z.B. vor 20 Jahren in Tschernobyl kommen könnte, heute für noch genauso groß wie damals. 44 Prozent glauben, dass die Atomkraftwerke heute zwar weltweit sicherer seien, halten das Unfallrisiko persönlich jedoch weiterhin für zu hoch.

Lediglich 4 Prozent glauben, dass Atomkraftwerke heute sicher seien und keine Unfallgefahr mehr besteht. 24 Prozent sind der Meinung, dass die Unfallgefahr in den letzten 20 Jahren weltweit zumindest soweit zurückgegangen ist, dass man das Restrisiko heute in Kauf nehmen kann.
Die Mehrheit der Bevölkerung (57 Prozent) sieht in der Atomkraft eine große Gefahr oder sogar eine sehr große Gefahr für sich und ihre Familien. Dies ist in allen Altersgruppen die mehrheitliche Einstellung, während in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen lediglich 49 Prozent die Gefahr als sehr groß oder groß einschätzen.

Mehr zum Thema


Manfred Loosen
Schlagworte:
Dieser Beitrag wurde vor am Freitag, 1. Mai 2009 um 22:08 Uhr veröffentlicht und unter Ökologie gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen.Sie können einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrer Website hierher setzen.
  • Share/Bookmark

9 Kommentare

17. August 2009 um 13:27 Uhr
Die meisten Direktkandidaten gegen Atomkraft und Gentechnik « Naturkost.de NachrichtenBlog sagt:

[...] Mehrheit lehnt Atomkraft ab [...]

7. September 2009 um 13:43 Uhr
Atomenergie kostet bereits 258 Milliarden Euro « Naturkost.de NachrichtenBlog sagt:

[...] Mehrheit lehnt Atomkraft ab [...]

12. April 2011 um 08:01 Uhr
Charlsie Magadan sagt:

Die Naturwissenschaftler diskutieren wieder, was für uns und unsere Umwelt effektiver sei. Gerade jetzt hat US Präsident Obama einen Bau von AKWs Vereinigten Staaten von Amerika gefordert. Mit Kernkraft könne man ohne Freisetzen von großen Mengen an Chemiekalien Strom erzeugen. Auch bekannte Ökoaktivisten und auch Altbundeskanzler Kohl warnen uns vor einem überhasteten Atomausstieg. Die AKW`s sind nur wenn etwas schiefgeht bedrohlich, Kohlkraftwerke hingegen die ganze Zeit. So oder so, wir alle können auf der Stelle handeln, indem wir Strom sparen (und damit auch Kosten sparen). Beim Kochen z.B. spart ein stromsparender Herd gegebüberm normalen Elektroherd ca. 40 % Energie. Deckel drauf auf die Töpfe spart 65 % Strom, Schnellkochtopf spart bis zu einem Drittel Energie. Oder ganz einfache Tipps: Passende Topfdurchmesser, Töpfe sollten nicht kleiner sein als die Platte, denn dann geht ungenutzte Energie verloren. Jeder Einzele sollte Strom sparen und oft sind diejenigen, am lautesten nach Klima- und Umweltschutz rufen im kleinen privaten die größten Umweltverschmutzer. Auf Cookmax.de konnte ich noch mehr Geräte finden, mit dennen man viel Strom im Haushalt sparen kann.

1. Juni 2011 um 10:52 Uhr
Harlan Kuipers sagt:

Es geht den Kraftwerkbetreibern immer nur um ihren Gewinn. Sie kümmern sich nicht um unsere Umwelt, Hauptsache sie bekommen ihren Profit. Jetzt reden die Kraftwerkbetreiber davon, dass nicht ausreichend Strom produziert würde ohne die Atomkraft, jedoch ist dies wieder nur eine Ausrede um den Atomausstieg zu vermeiden. Auch die Bundesregierung möchte den Kraftwerksbetreibern entgegenkommen, indem sie ihnen die Erlaubnis erteilen, die Stromkontingente der sieben Atomkraftwerke, die ab sofort ausgeschaltet werden sollen, auf aktuellere Meiler zu übertragen. Meiner Meinung nach ist dies alles Nonsens. Ich werde weiterhin gegen die Atomkraft vorgehen.

Kommentieren