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David gegen Monsanto: Filmweltpremiere in Berlin

200908Jul

Nach acht Jahren Drehzeit wurde jetzt der Dokumentarfilm „David gegen Monsanto“ in einer Weltpremiere im Berliner „Haus der Kulturen der Welt“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit-Veranstalter der Filmpremiere waren acht maßgebliche nationale Organisationen aus dem Bereich des Umweltschutzes, der Landwirtschaft und der Biobewegung. Das Naturkostmagazin Schrot&Korn ist Mit-Herausgeber des Films, der die Geschichte von Louise und Percy Schmeiser erzählt, beide Träger des alternativen Nobelpreises.

Der Film von Bertram Verhaag handelt von den unerschrockenen kanadischen Bauern, die vor dem milliardenschweren Chemie- und Gentechnik Konzern nicht kuschten. Nach fast zehnjährigem juristischem Kampf zwingen die Schmeisers schlussendlich Monsanto mit einer Haftungsklage in die Knie. Im März vergangenen Jahres übergaben die Anwälte des Konzerns noch im Gerichtsaal einen Scheck über 660 Dollar: Damit verbunden war, dass Monsanto zum ersten Mal weltweit das Verursacher-Prinzip bei seiner Gentechnik-Kontamination anerkannte. Dank dieses Präzedenzfalles können Bauern in der ganzen Welt nun Gentechnikkonzerne für die Verseuchung ihrer Felder in die Pflicht nehmen

Szenenapplaus während des Films und stehende Ovationen für die anwesenden Protagonisten und den Filmemacher zeigten, dass der Film emotional tief berührte, aber auch motiviert, sich für eine gentechnikfreie Welt einzusetzen. Auch das Medieninteresse war groß und gipfelte in einem ausführlichen Beitrag mit gut gewählten Filmausschnitten und einem Interview mit Percy vor dem Bundestag im Nachtmagazin der Tagesschau, das unter anderem befand: „ Es geht um Politik, Macht und Marktanteile, und deswegen ist es ein packender Dokumentarfilm.“

Die Filmpatin Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen) betonte in ihrer Taufrede, dass „nicht nur David alias Percy, sondern auch ‘Davidine’ Louise Schmeiser gegen Monsanto kämpfte. Es ist berührend zu sehen, wie die beiden zusammen diesen Kampf durchstanden und sich immer wieder gegenseitig aufgerichtet haben.“ Sie forderte unter anderem dazu auf, dass „die Verbraucher, die kein Genfood wollen, sich mit den Bündnissen gentechnikkritischer Landwirte vernetzen müssen.”

Nach der Premierenaufführung diskutierten Renate Künast, der zweifache Grimme-Preisträger Bertram Verhaag und Percy Schmeiser mit dem engagierten Publikum. Eine Kernaussage von Betram Verhaag war: „ Was mich als Bürger und Konsument am meisten erschütterte, war die Arroganz der Industrie, unser Saatgut unfruchtbar machen zu wollen – nur aus Macht- und Profitinteresse. Ich muss kein Wissenschaftler sein, um beurteilen zu können, dass ich das nicht will.“

Percy Schmeiser merkte man an, dass der Film tief sitzende und auch schmerzliche Erinnerungen wachrief. Er gab aber vor allem seiner Freude Ausdruck, „dass mit dem die Monsanto-Machenschaften entlarvenden Film nun noch viel mehr Menschen zum Kampf für eine gentechnikfreie Welt motivieren werden können.“

Der Dokumentarfilm (65 Min.) ist ab sofort als DVD zum Preis von 16 Euro plus Versand (mit Aufführungsrecht 54,90 Euro) erhältlich bei DENKmal- Film GmbH, Herzogstraße 97, 80796 München, E-Mail: sales@denkmal-film.com, Telefon: 089-526601

Zwei bzw. fünf Euro des Verkaufserlöses pro DVD gehen an den Louise & Percy Schmeiser Fund bei der Schweisfurth Stiftung und helfen, den Widerstand gegen Gentechnik in Afrika und Lateinamerika zu finanzieren.

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Manfred Loosen
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Dieser Beitrag wurde vor am Mittwoch, 8. Juli 2009 um 16:04 Uhr veröffentlicht und unter Gentechnik gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen.Sie können einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrer Website hierher setzen.
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