Diese Seite drucken

Trotz Verbots Anbau von Genmais MON-810 geplant

201017Jan

In Sachsen ist auch in diesem Jahr der Anbau des Genmaises MON810 geplant. Dieser Genmais darf seit April 2009 durch Anordung der Bundeslandwirtschaftsministerin nicht mehr angebaut werden. Im bundesweiten Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurden jetzt sechs Felder in der Gemeinde Dreiheide, Gemarkungen Großwig, Süptitz und Weidenhain angemeldet, die insgesamt eine Fläche von 135 Hektar umfassen. „Allen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Bedenken zum Trotz planen einzelne Landwirtschaftsbetriebe trotz des Anbauverbots, wieder Genmais anzubauen,“ sagt dazu Jens Heinze vom Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Sachsen, „Genährt wird ein solches Verhalten von der Hoffnung, dass der multinationale Konzern Monsanto das Verbot gerichtlich aushebeln wird. Verbraucherinteressen sowie der Schutz von Natur und Umwelt werden so mit den Füßen getreten.“ Der Anbau von MON810 wurde 2009 verboten, weil es neue Untersuchungen zu möglichen Schäden für die Umwelt gab. Das Verwaltungsgericht Braunschweig hat das Verbot am 05.05.09 bestätigt: Neuere Untersuchungen könnten darauf hindeuten, dass der im Genmais produzierte Giftstoff nicht nur gegen den Schädling wirke, der damit bekämpft werden solle, sondern auch gegen weitere Insekten. Außerdem sei nach aktuellen Studien davon auszugehen, dass sich die Genmais- Pollen deutlich weiter verbreiten können, als dies bisher angenommen wurde, so die Begründung der Richter. Das BVL hat diese Anmeldung angenommen, aber mit der Bemerkung versehen: „Der Eintrag in das Standortregister erfolgt unter Vorbehalt aufgrund der Ruhensanordung der Anbaugenehmigung von MON810 nach §20 Abs. 2 GenTG.“ Der Anbau von MON810 ist auch Frankreich, Ungarn, Griechenland, Österreich, Luxemburg, verboten, in Polen hat der Mais keine Saatgutzulassung. Importverbote gelten in Griechenland und Österreich. Mehr zum Thema


Manfred Loosen
Schlagworte: , , ,
Dieser Beitrag wurde vor am Sonntag, 17. Januar 2010 um 00:23 Uhr veröffentlicht und unter Gentechnik gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen.Sie können einen Kommentar hinterlassen, Pingbacks/Trackbacks sind momentan deaktiviert.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

HTML-Tags sind nicht erlaubt.