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Was man beim Ostern-Feiern beachten sollte

201613Mrz

Zu keiner Jahreszeit werden mehr Süßigkeiten gekauft, als zu Ostern. Vor allem Schokoeier und -hasen, gefüllt oder lasiert, sind bei Jung und Alt gleichermaßen beliebt. Doch die sozialen und ökologischen Auswirkungen des Kakaoanbaus sind oftmals verheerend, Kinderarbeit auf den Plantagen weit verbreitet. Wer beim Kauf von Schokoeiern und Co. auf zertifizierten Kakao achtet, fördert nachhaltige Anbaumethoden.

Verbraucherinitiative e. V. empfiehlt zertifizierte Schokoeier

Insgesamt 213 Mio. Schoko-Osterhasen wurden 2015 von der deutschen Süßwarenindustrie produziert. Damit schlägt der Osterhase sogar den Weihnachtsmann, der zum letzten Weihnachtsfest 144 Mio. Mal in Schokolade gegossen wurde. Für die Süßwarenindustrie ist das Osterfest sogar wichtiger als Weihnachten. Dabei gehen 40 Prozent der Produktion ins Ausland – Hauptabnehmer sind vor allem die europäischen Nachbarländer, die USA, Osteuropa und Australien. Der Schoko-Osterhase ist somit ein deutscher Exportschlager.

Während die meisten sich eher Gedanken über die Kalorienzahl oder den Fettgehalt der zartschmelzenden Masse machen, wissen nur wenige etwas über die schlechten Lebensbedingungen vieler Kakaoproduzenten. Hauptanbauregion für Kakao ist Westafrika, insbesondere die Elfenbeinküste und Ghana. Über 70 Prozent des deutschen Bedarfs an Rohkakao stammt von dort. Hauptproblem für die Kakaobauern und ihre Familien sind vor allem die niedrigen Weltmarktpreise. Die Kleinbauern können es sich nicht leisten Mitarbeiter einzustellen, weshalb die ganze Familie auf den Plantagen mit anpacken muss. Hinzu kommt der Einsatz von Pestiziden und eine geringe Produktivität – bedingt durch mangelndes Know-How und fehlendes Kapital für Neuinvestitionen.

Doch Verbraucher haben eine Wahl. Wer eine sozial, ökologisch und wirtschaftlich verantwortungsvolle Kakaoproduktion fördern möchte, sollte beim Kauf auf Labels wie z. B. Fairtrade, UTZ Certified oder Rainforest Alliance achten. Diese Initiativen verbieten Kinderarbeit und unterstützen die Produzenten, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern sowie Sozial- und Umweltschutzstandards zu achten. “Wer dieses Jahr zu Ostern nachhaltige Schokoeier kaufen möchte, muss zum Glück nicht lange suchen. Heute findet man in den meisten Supermärkten und sogar Discountern Kakaoprodukte, die Fairtrade-, UTZ Certified oder das PRO PLANET-Label tragen” so Anna Stoltenberg, Referentin bei der Verbraucherinitiative e. V.

Alles Wissenswerte über Labels, welche Zeichen was bedeuten und welche Qualität dahinter steckt, erfahren Verbraucher unter www.label-online.de.

Zu Ostern an die Hühner denken

Wenn die ersten grünen Blättchen Wäldern, Gärten und Parks Farbe verleihen, steigt die Laune: Endlich, der Frühling kommt. Die Osterbräuche spiegeln die Freude daran wieder, seit Jahrhunderten gehören auch bunte und verzierte Eier dazu. Von natürlich selbstgefärbt bis bunt gekauft, ist heute alles möglich. Die Verbraucherinitiative e. V. gibt Tipps rund ums Ei.

Als “Party-Eier” finden sich hartgekochte Hühnereier in Knallfarben heute fast das ganze Jahr im Sortiment der Supermärkte. Welche Lebensmittelfarbstoffe für ihre intensive Farbe verantwortlich sind, steht auf dem Etikett. Auch der Schutzlack, der ihnen lange Haltbarkeit und Glanz verleiht, gehört zu den Lebensmittelzusatzstoffen und ist dort angegeben. Auf dem Etikett steht zudem, wie lang die Eier gekühlt haltbar sind.

Gerade vor Ostern werden lustig-bunte Eier aber auch auf Verkaufstresen ins Blickfeld gerückt. Ansprechend dekoriert und einzeln zu kaufen, fehlt hier jedoch jede Zutatenliste. Wer wissen will, womit die Eier gefärbt wurden, kann sich an die Verkäuferinnen und Verkäufer wenden. Sie müssen Auskunft über die Zutaten und das Mindesthaltbarkeitsdatum geben können.

Woher die Eier stammen und wie die Hühner gehalten wurden, muss allerdings weder auf der Verpackung noch im Verkaufsgespräch angegeben werden. “Wer beim Ostereierkauf auch an die Hühner denkt, sollte daher lieber frische Eier aus Bio- oder Freilandhaltung kaufen und sie selbst färben”, rät Laura Gross von der Verbraucherinitiative e.V. Freude macht das zum Beispiel mit Farbstoffen aus der Natur:

  • Blau bis Lila: Rotkohlblätter, Holundersaft
  • Rottöne: Rote Beete, rote Zwiebelschalen, Rooibos-Tee
  • Goldgelb bis Braun: Kümmel, Kamille, Schwarzer Tee, Zwiebelschalen
  • Grün: Spinat, Brennnesselblätter, Petersilie

Für das Farbbad werden zunächst 250 g Pflanzenstückchen mit 500 ml Wasser und einem Schuss Essig 30 bis 45 Minuten gekocht. In diesem Sud werden die Eier hart gekocht und abgekühlt. Sie nehmen die Farbe am besten an, wenn sie zuvor mit Essig abgerieben wurden. Dabei verschwindet auch der obligatorische Stempel. Ob mit Gemüse oder Farbtablette – selbst gefärbte Eier sind mit unversehrter Schale und hartgekocht zwei bis drei Wochen im Kühlschrank haltbar.

Mehr Informationen über Farbstoffe und alle anderen Lebensmittel-zusatzstoffe finden Sie unter www.zusatzstoffe-online.de.

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Manfred Loosen
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Dieser Beitrag wurde vor am Sonntag, 13. März 2016 um 18:06 Uhr veröffentlicht und unter Ernährung & Naturkost gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen.Sie können einen Kommentar hinterlassen, Pingbacks/Trackbacks sind momentan deaktiviert.

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